Nur Nummern im Bildungssystem

Posted: 19th Juni 2013 by Lita in Bildung, Kolumnen
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Grey59  / pixelio.de

Grey59 / pixelio.de

Es war einmal eine Schule, in einem Stadtteil, der herkömmlicherweise als Brennpunkt bezeichnet wurde.1 Es gab sie schon seit vielen Jahren und unter ihrem Dach waren verschiedene Schulformen untergebracht, die mehr oder weniger gut miteinander harmonierten. Eines Tages kamen ein paar Politiker auf die Idee, dass es an der Zeit für Veränderungen in der Schullandschaft sei und propagierten die Vorteile von Gemeinschaftsschulen. “Mehr Bildungsgerechtigkeit, weniger Selektion, längeres gemeinsames Lernen …”. Das stieß bei einigen Lehrer und Schuleitern in der besagten Schule auf offene Ohren, denn ihnen waren die Schubladen, in die die Schüler schon mit zehn Jahren gesteckt wurden, ein Dorn im Auge. Also machten sie sich auf den Weg, eine Gemeinschaftsschule zu werden. Da es sich für den Stadtteil eignete und die Entscheider in Ministerium und Schulamt auch davon begeistert schienen, legten sie noch einen drauf und wurden zur gebundenen Ganztagsschule – wenn dann richtig!

Die nächsten vier Jahre waren sehr anstrengend für alle, denn irgendwie war alles jetzt anders. Die Realschullehrer wunderten sich über die nicht so schlauen Schüler, die Hauptschullehrer über die schlaueren Schüler und alle über die langen Tage, denn da war nix mehr mit ‘vormittags Recht haben und nachmittags frei’. Read the rest of this entry »

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Neues aus dem Medienkurs

Posted: 9th Juni 2013 by Lita in dies & das
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Da ich mit Zeugniserstellung und Daten sammeln für die Masterarbeit ziemlich viel um die Ohren habe, greife ich mal auf die kreativen Ergebnisse aus meinem Medienkurs zurück. Die Kreativen waren Celine, Philipp, Tabia und Sarah. Ich liebe diese charmant-bekloppte Art :)

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Die letzten Wochen des Schuljahres sind immer so voll von verschiedenen Ereignissen, dass viel Kleinkram passiert, aber nicht so viele große Storys, deshalb hier ein paar Nachlesen.

Wir sind gerade dabei unser Ganztagskonzept zu evaluieren und haben uns dazu entschlossen eine größere Bestandsaufnahme zu machen. Dafür hat der Arbeitskreis Pädagogik Fragen für eine Umfrage erstellt, die wir dann mit limesurvey erstellt haben. Nun stand die logistische Herausforderung an, die 19 Klassen vom 5. bis 8. Jahrgang durch die Umfrage zu schleusen. Dafür haben sich einige SchülerInnen meines Wahlpflichtkurses Medien bereit erklärt und wir haben zeitgleich in drei Räumen (zwei stationäre PC-Räume und ein Raum mit Laptops) die Klassen empfangen, die Umfrage erklärt und Hilfestellung bei Problemen geleistet. Das war ein ziemliches Mammutunternehmen, da die Technik nicht immer fehlerfrei läuft und die Internetleitung der Schule nicht die beste ist. Aber wir haben es geschafft und es gab viel Lob an die engagierten SchülerInnen meines Kurses für ihr professionelles Auftreten und ihre engagierte Hilfestellung. So sind nun über 400 Datensätze zusammengekommen, die es auszuwerten gilt.

Interessant war in dem Zusammenhang, dass ich es im Rahmen der Befragung mit vielen verschiedenen Klassen zu tun hatte, die ich zum Teil mehr oder weniger gut kenne, da ich dort nicht hauptamtlich unterrichte. Auffällig erschien mir dabei, dass die Klassen, mit deren Klassenlehrern ich eher ein freundschaftliches Verhältnis habe, in ihrem Verhalten sehr angepasst auftraten und mit Ermahnungen in Bezug auf ihr Verhalten gut umgehen konnten. Klassen deren Klassenlehrer ich wenig kenne oder deren pädagogische Art mir eher nicht so liegt, waren hingegen eher schwierig und konnten nicht so gut mit meiner Art Kritik zu üben umgehen. Seltsames Phänomen. ;)

Nun stehen noch drei Schulwochen an und bald müssen die Noten fertig sein, also bleibt dann immer noch einiges an Zeit, die irgendwie pädagogisch wertvoll vertrieben werden muss, denn jede Stunde Eisessen ist nicht so das, was ich mir für den Rest der Zeit vorstelle. Deshalb habe ich schon die eine oder andere Idee gesammelt, was man noch so machen kann. Wir haben uns zum Beispiel als Sammelteam bei TerraCycle angemeldet und wollen möglichst viele Klassen der Schule dazu animieren kaputte und nutzlose Stifte etc. zu sammeln, die dann eingeschickt werden, damit daraus nützliche Sachen hergestellt werden. Dafür gilt es einen Werbeplan zu erstellen und massenhaft Sammelboxen zu basteln. Außerdem bin ich beim Stöbern über die Seite GeoGuesser gestolpert, bei der es darum geht, spielerisch motiviert, den Ort herauszufinden, der über GoogleStreetview angezeigt wird. Dafür gibt’s Punkte und ich bin gespannt, ob meine SchülerInnen genauso viel Spaß daran haben werden, anhand verschiedener Anhaltspunkte immer genauere Tipps über den abgebildeten Ort abzugeben. Außerdem habe ich mir überlegt, dass die Newsticker von Der Postilion gute Anlässe bieten, über Sprache und deren Bedeutung nachzudenken und man damit sicherlich auch die eine oder andere Deutschstunde füllen kann, die dann auf lustige Art und Weise zur Wortschatzerweiterung beitragen können.

Zum Abschluss noch ein funny Moment vom Wer-bin-ich spielen. Der Schüler war Jesus und tat sich schwer, sich zu erraten. Ein anderer Schüler gab im den Tipp, er habe ein besonderes Verhältnis zu Nägeln. Daraufhin kam die Frage: “Bin ich ein Sportler?” und wir lagen vor lachen kollektiv unter dem Tisch. Nach dem Hinweis, dass er Jude sei, vermutete der Schüler er sein Moses und kam dann nach einigen Versuchen auch auf “seine Identität” ;)

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Diese letzte Zeit im Schuljahr hat auch was für sich. Klar nerven all die organisatorischen Dingen rund um die Zeugnisse, die jedes Jahr wieder völlig überraschend kommen, aber man hat auch die Zeit freier zu arbeiten bzw. nehme ich mir die im Moment. Die SchülerInnen wissen, welche Arbeiten wann geschrieben werden und im Moment sehen unsere Stunden fast immer so aus, dass jeder genau daran arbeitet, was seiner Meinung nach am dringendsten ist und ich helfe dort, wo es nötig ist.

So traf es sich in einer Doppelstunde letzen Woche, dass um mich herum fleißig an Prozentrechnung, Inhaltsangaben und Präsentationen für Nawi und Weltkunde gearbeitet wurde. Eine Gruppe hat die Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert unter die Lupe genommen und ein Schüler kämpfte sich durch einen Text in den Geschichtsbuch “Entdecken und verstecken verstehen”. Plötzlich die Frage: “Frau Richter, was ist eigentlich Webtechnik?”. Das löste im ersten Augenblick leichte Irritation bei mir aus, denn Webtechnik gehörte eigentlich zu keinem Thema, das grad auf dem Plan steht … oder? Achja, doch, das war ja, dass die schneller und besser weben konnten und nur die Betonung des Wortes implizierte einen anderen Kontext. Also stellte ich schnell mal klar, dass es damals noch kein Internet gab, sondern dass es um das Weben von Stoffen geht und stellte fest, dass nicht unbedingt vorauszusetzen ist, dass jedem 14-jährigen klar ist, wie der Weg vom Schaf oder der Baumwollpflanze zum fertigen Kleidungsstück ist. ;)

Passend dazu:

Die schlesischen Weber

Im düstern Auge keine Träne
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen
Der den letzten Groschen von uns erpreßt
Und uns wie Hunde erschiessen läßt -
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wir nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt -
Wir weben, wir weben!

Das Schiffchen fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht -
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch,
Wir weben, wir weben!

Heinrich Heine (1797-1856)

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Was heißt hier Liebe?

Posted: 19th Mai 2013 by Lita in Bildung, Kunst
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Werftparktheater Kiel Foto: Melanie Richter CC-BY-NC

Werftparktheater Kiel
Foto: Melanie Richter CC-BY-NC

Am Donnerstag waren wir im Theater, mit allen 8. Klassen unseres Jahrgangs und das sind immerhin fünf, also so um die 110 SchülerInnen. In den vergangenen Jahren waren wir schon öfter im Opernhaus zu den Weihnachtsmärchen und bemühen uns mindestens einmal im Jahr einen Theaterbesuch zu organisieren. Passend zum Alter, den oft hormongesteuerten Ausbrüchen der lieben Kleinen und natürlich ein wenig auch im Kontext des Sexualkundeunterrichts, der in Klasse 8 wieder einmal anstand, fiel die Wahl dieses Mal auf “Was heißt hier Liebe?” im Werfparktheater Kiel.

Theaterbesuche am Vormittag empfinde ich ja immer als etwas befremdlich, aber wenn die Vorstellung während der Unterrichtszeit angeboten wird, warum nicht nutzen und mit alten Gewohnheiten brechen. In der Anfangsphase was alles noch etwas wuselig, denn es dauerte seine Zeit, bis alle Anwesenden gerafft hatten, dass da ja richtige Menschen vorn spielen und es dafür auch ein ganzes Stück mehr Ruhe braucht als vielleicht im Kino. Doch während des Stücks merkte man, dass der überwiegende Teil der SchülerInnen absolut dabei waren, an den richtigen Stellen mitgingen und eben auch an den richtigen Stellen die Klappe hielten.

Das Stück wird nun schon seit ca. 20 Jahren immer wieder gespielt und hat an Aktualität nicht verloren. Klar, die Pubertät überkommt jede Generation aufs Neue und die grundsätzlichen Probleme sind die gleichen geblieben. Spannend fand ich, wie in manchen Szenen ein Raunen durch die Reihen ging und die SchülerInnen Formulierungen als krass empfanden, die in ihrer Alltagssprache oft ähnlich oder häufig auch pornöser auftreten. Bei den SchauspielerInnen empfanden sie es offensichtlich als unangebracht versaut. Tjaja, die liebe Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Besonders hat mich persönlich das tolle Feedback der Theatercrew gefreut, dass wir als begleitende LehrerInnen sehr präsent waren und für Ruhe gesorgt haben, das seien sie von KollegInnen aus anderen Schulen leider so nicht gewöhnt, die würde oft ihre Verantwortung am Eingang abgeben und das Stück verfolgen, egal was ihre Schützlinge in der Zeit so treiben. Ich hatte ja vor einer Weile schon mal über die Vorbildfunktion von LehrerInnen geschrieben und fühlte mich durch das Lob im Theater absolut bestätigt, dass ich da richtig liege.

Doch zurück zum Stück. Für SchülerInnen der 8. Klassen sollte es eigentlich ein Muss sein, denn es ist wirklich superpassend. Wer von euch es noch nicht gesehen hat, sollte einfach mal reingehen, denn auch als Erwachsener kann mann oft schmunzeln und gelegentlich herzhaft lachen und spürt hin und wieder die Erleichterung, dass man diesen stressigen Teil des Lebens schon hinter sich hat. ;)

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Bei der Suche nach passenden Webseiten für meine SchülerInnen rund um die Themen Revolutionen des 18. & 19. Jahrhunderts bin ich auf die Seite Kinderzeitmaschine gestoßen, die ich richtig toll finde. Hier kann man sich über die verschiedenen Zeitepochen informieren und das auf sehr unterhaltsame Weise, denn die Infos sind optisch ansprechend aufbereitet und es gibt für jedes größere Thema kleine Animationen. Die Texte sind gut verständlich geschrieben und schrecken auch in Sachen Länge nicht gleich ab. Manchmal muss man sich erstmal ein bisschen Durchklicken, bis man auf die passenden Informationen kommt, aber dafür gibt es eine ganz gute Suchfunktion. Einziger Nachteil an der Seite … sie haben Leif Erikssons Familiennamen falsch geschrieben … Eriks-Sohn –> Doppel-S! ;)

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Was ist Iron Blogging?

Posted: 10th Mai 2013 by Lita in dies & das
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Auf der diesjährigen re:publica wurde unter anderem die Faszination des Iron Blogging näher erklärt und auch unsere Kieler Runde war dort durch Steffen Voß (@kaffeeringe) würdig vertreten. Es ist interessant zu erfahren, woher diese Idee stammt und wie es in anderen Städten damit aussieht.

 

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Wächter des Morgen

Posted: 9th Mai 2013 by Lita in Lesen
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Wächter TetralogieSeitdem ich das erste Mal in den ersten Teil der “Wächter-Romane” von Sergei Lukianenko reingelesen hatte, war ich angefixt. Eigentlich war das auch eher durch einen Zufall gekommen, denn für eine frühere Schreibtätigkeit sollte ich eine Vorschau für den zweiten Film schreiben. Zu dieser Zeit hatte ich es noch nicht so mit Fantasy und war deshalb umso überraschter, dass mir die Bücher so gut gefielen. In Rekordzeit hatte ich die Tetralogie verschlungen und war am Ende des letzten Bandes ziemlich traurig, dass sie schon zu Ende war. Zum Glück hat Lukianenko eine ganze Reihe weiterer Bücher geschrieben, die ebenso lesenswert sind.

Vor kurzer Zeit stolperte ich über “Wächter des Morgen”, den bereits 2012 erschienenen fünften Teil der Wächter-Reihe und freute mich riesig, dass ich mir nun neuen Lesestoff aus dem Wächter-Universum einverleiben konnte und es hat sich auch absolut gelohnt, denn die Geschichte geht genauso spannend weiter, wie sie in den vier bereits vergangenen Teilen angefangen hatte. Die lieb gewonnenen Protagonisten, wie Anton, Geser und Sebulon sind wieder mit von der Partie und die Story geht etwa sieben oder acht Jahre nach dem Ende des vierten Buches weiter.

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Erklärbärvideos in Mathe

Posted: 28th April 2013 by Lita in Bildung
Jörg Willecke  / pixelio.de

Jörg Willecke / pixelio.de

In den nächsten Wochen sollen Prozent- und Zinsrechung noch einmal wiederholt bzw. gefestigt werden. Ich vermute, dass die Bandbreite von Vorwissen innerhalb der Klasse wieder mal sehr breit gefächert ist und werde mal versuchen, gezielt mit Schritt-für-Schritt-Erklärungsvideos zu arbeiten, die sich die SchülerInnen  wenn es nötig ist, zigmal anschauen können, wenn sie mit bestimmten Begrifflichkeiten oder Rechenschritten noch Probleme haben.

Das heißt natürlich nicht, dass ich auch immer für gemeinsame Lernrunden und Erklärungen bereit stehe, aber es könnte eine gute Ergänzung sein und vor allem auch dann eingesetzt werden, wenn ich schon an anderer Stelle in der Klasse gebunden bin. Da ich in Mathe ja noch unerfahren bin, was gut funktioniert und was nicht, bin ich sehr gespannt.

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Jube von Capn Trips auf http://wildcards.wikia.com

Jube von Capn Trips auf http://wildcards.wikia.com

Ich gehöre ja auch mehr zu der Kategorie Menschen, die einer guten Comichelden-Verfilmung nicht abgeneigt sind, aber ansonsten nicht sooo viel mit Comics am Hut haben. Der Zugang über die bildlastige Aufmachung lag mir bisher einfach nie, auch wenn die Storys sicherlich spannend sind. Nachdem ich jedoch George R. R. Martins “Lied von Eis und Feuer” Bücher allesamt weggefressen hatte, fragte ich mich, ob der Autor noch mehr geschrieben hatte, da mir sein Stil und vor allem seine Art Charaktere zu entwickeln sehr gefallen hatte. Das Besondere an den Eis-und-Feuer-Charakteren ist ja, dass sie sich immer weiterentwickeln und innerhalb der Story viele Wendungen durchmachen und deshalb sehr schlecht in Schubladen passen, weil sie diese im Verlauf der Geschichte immer wieder wechseln. Da bin ich auf die “Wild Cards” Bücher gestoßen, die ebenfalls von George R. R. Martin herausgegeben und von ihm und vielen anderen Autoren geschrieben wurden. Es handelt sich dabei um Kurzgeschichten und Novellen, die innerhalb des Wild-Cards-Universum spielen.

Worum geht’s? Im Jahr 1946 gelangt ein außerirdischer Virus auf die Erde und infiziert sehr viele Menschen. 90 Prozent sterben, neun Prozent haben danach unter fürchterlichen Mutationen zu leiden und verfügen über geringe nützliche besonderer Fähigkeiten und werden voran als Joker bezeichnet und ein Prozent der Bevölkerung wird zu Assen, die über verschiedene klassische oder ungewöhnlich phantasievolle Superheldenfähigkeiten verfügen und damit extrem aufgewertet wurden. Das hat natürlich immense Auswirkungen auf das Leben der Überlebenden und in den Büchern wird erzählt, wie sich das plötzliche Vorhandensein von solch unterschiedlichen Spezies sich vor allem auf das Leben im Kerngebiet des virulenten Ausbruchs, in New York, auswirkt. Es tauchen Personen und kulturelle Entwicklungen der 50er, 60er und 70er Jahre auf und werden in die Story integriert. So begenet man der Hippiebewegung genauso wie dem Vietnamkrieg, nur mit dem Unterschied, dass die amerikanische Regierung mit den Jokern eine schlagkräftige aber auch entbehrliche Sturmtruppe hat, die in Vietnam an die vorderste Front gestellt wird. Ghettoisierung und Freiheitsbestrebungen werden in neuen Kontexten erzählt und was Asse mit Superheldenfähigkeiten an den richtigen politischen Positionen verursachen können, kann man sich vielleicht vorstellen. Was wäre, wenn ein aufstrebender Senator die Fähigkeit hat, Demonstranten nach seinen Wünschen in ihren Gedanken zu manipulieren, um die selbst in einer Vorwahl Vorteile zu verschaffen? Auch mafiöse Strukturen funktionieren ganz anders, wenn besondere Fähigkeiten im Spiel sind.

Die Geschichten sind spannend und anspruchsvoll erzählt und nehmen unerwartete Wendungen. Man begegnet verschiedenen Charakteren in unterschiedlichen Kontexten, in denen ihre Fähigkeiten oder Mutationen besonderen Einfluss nehmen. Alles in allem ist das eine Art Sci-Fi-Literatur mit der ich was anfangen kann und die mich fesselt und ich denke einigen anderen wird es sicherlich auch so gehen, wenn sie sich darauf einlassen. ;)

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